Die Soul Sister Atra Pourhassan

Sarah Tenhumberg

Ich bin eine Soul Sister, weil ...

…ich daran glaube, dass wir Frauen uns gegenseitig nicht kleiner machen müssen, um selbst groß zu sein. Für mich bedeutet Sisterhood, einander zu sehen, ehrlich miteinander zu sein und die andere Frau auch dann hochleben zu lassen, wenn ihr Licht gerade besonders hell scheint.

1. Wofür brennst du?

Für Menschen und ihre Geschichten – und für die Fragen, die uns das Leben irgendwann stellt. Für mich ist es im Kern immer wieder diese eine große Frage:

„Wer bin ich, wie viel und wie lange?“

Denn das Leben macht keinen Halt vor Alter, Lebenslauf oder Kontostand. Es bringt uns immer wieder an Punkte, an denen wir uns selbst und das, was wir bisher für selbstverständlich gehalten haben, neu betrachten dürfen.

Nach fast drei Jahrzehnten als Kabinenchefin für eine große Fluggesellschaft weiß ich, wie viel wir über Menschen durch echte Begegnungen erfahren können – manchmal tatsächlich in den ersten 30 Sekunden.

Mit meinem Podcast Atra on Air 🎧 gebe ich genau diesen Begegnungen Raum. Mich interessieren nicht die perfekten Lebensläufe, sondern der Mensch dahinter: Was hat ihn geprägt? Was hat ihn verändert? Und was können wir voneinander mitnehmen?

2. Wann warst du zuletzt mutig?

Als ich beschlossen habe, neben meinem langjährigen Beruf noch einmal etwas ganz Eigenes aufzubauen und einen Podcast zu starten.

Am Anfang dachte ich: Ich führe einfach gute Gespräche mit interessanten Menschen. Inzwischen merke ich, dass Atra on Air auch mich verändert. Ich spreche über Dinge, die mir in Begegnungen auffallen, über Freundschaften, Veränderungen, Zweifel und darüber, was all das mit mir macht.

Sich dabei persönlich zu zeigen, ohne das eigene Leben zum Ventil zu machen, empfinde ich als eine Form von Mut.

Für mich beginnt echte Veränderung dort, wo Erkenntnis in die Verkörperung kommt. Wo wir nicht nur verstehen, sondern anders handeln – und sich dadurch irgendwann auch unser Außen verändert.

3. Was möchtest du anderen Frauen sagen?

Macht euch gegenseitig größer, nicht kleiner.

Ich glaube fest daran, dass Frauen einander viel häufiger hochleben lassen dürfen. Und ich habe gelernt: Selfcare beginnt für mich nicht im Spa, sondern im Miteinander. Darin, welche Menschen ich in mein Leben lasse, wie ich mit ihnen umgehe – und wie ich mit mir selbst umgehe.

Das Leben legt uns manche Themen erstaunlich oft wieder vor die Füße. Nicht als Strafe, sondern vielleicht so lange, bis wir bereit sind hinzuschauen.

Dabei geht es nicht darum, Schuld bei sich zu suchen oder sich kleinzumachen. Sondern darum, den eigenen Anteil zu erkennen und zu verstehen: Ich kann mein Narrativ verändern.